Yello Stromzähler bei Stiftung Warentest

Der neue, bei Yello Strom (übrigens nicht “Yellow Strom”) als Energiesparwunder bezeichnete Sparzähler wird erstmals auch in der Stiftung Warentest-Ausgabe 2/2009 besprochen. “Intelligente Stromzähler” sollen 2010 für Neubauten Pflicht werden.

StromzählerOb dadurch wirklich eine Ersparnis zustande kommt, bleibt abzuwarten. Sicherlich ist positiv zu erwähnen, dass - nach einigen Startschwierigkeiten mit intelligenten Zählern - der Verbrauch jetzt sekundengenau auf dem heimischen PC angezeigt werden kann. Eine gute Idee ist weiterhin, dass die Verbrauchsdaten online an den Stromanbieter, in diesem Fall Yello, gesendet werden können. Auf diese Weise gibt es die Möglichkeit, das Verbrauchsverhalten individuell zu analysieren und so auf den Einzelnen zugeschnittene Tipps zum Strom- und Geld-Sparen zu erhalten.

Lohnt sich der Yello Sparzähler?
Dies kann man wohl generell nicht beurteilen. Eine Familie mit 2 Kindern, bei der einer der Elternteile ganztägig zu Hause bleibt, hat wohl deutlich größeres Einsparpotenzial als ein ganztägig arbeitender Single in einem Appartement, um es durch die extremen Beispiele deutlich zu machen.

Gegenrechnen muss man jeweils die Mehrkosten des Stromzählers, der bei Yello laut Stiftung Warentest einmalig 79 Euro kostet, monatlich 3 bis 9 Euro pro Monat extra. Im Gegenzug bietet Yello Strom dann zu bestimmten Zeiten einen Spartarif mit 1 bis 3 Cent pro Kilowattstunde Rabatt an. Interessant ist auch: Man muss keinen Vertrag mit Yello als Stromlieferant anbieten, um den Yello Sparzähler zu installieren.

Ein Rechenbeispiel
Der Stromrechner errechnet für Berlin bei einem Stromverbrauch von 4.500 Kilowattstunden pro Jahr den derzeit (Stand: 23.01.2009) günstigsten Tarif von FlexStrom. In der Winteraktion sind 4.500 Kilowattstunden für 744 Euro zu kaufen, macht 16,53 Cent pro Kilowattstunde. Für Mehrkosten von 3 Euro pro Monat durch den intelligenten Tarifzähler könnte man also auch 18 Kilowattstunden Strom mehr pro Monat verbrauchen, oder eine 50-Watt Glühbirne 370 Stunden im Monat, 4.440 Stunden im Jahr länger leuchten lassen, dabei sind die Installationsgebühren nicht mitgerechnet, andererseits aber auch nicht der Spartarif berücksichtigt.

Fazit: Ginge es nur um das Geld, so müssten schon gute Einsparwege aufgezeigt werden, um den Mehrpreis des Zählers zu rechtfertigen. Durch einen Stromtarif-Vergleich und entsprechenden Stromanbieter-Wechsel spart man wohl direkter.

Es muss aber gleich ein großer “Aber” hinterhergeschickt werden: Selbstverständlich kann es nicht Sinn der Sache sein, das Strom-Sparen zu Gunsten günstigeren Stroms aufzugeben. Für die meisten dürfte wohl die Kombination aus Stromanbieter-Wechsel und generellen Spartipps (siehe Die 10 größten Stromfresser) den größten Einspareffekt bringen. Damit hat man die monatlichen Kosten reduziert, geht aber auch geichzeitig verantwortungsbewusst mit den Ressourcen um.

Ähnliche Beiträge