Stromfresser finden mit Yello-Sparzähler?
Der Stromanbieter Yello wirbt seit einiger Zeit mit seinem Sparzähler. Damit sei es möglich, über einen Browser am heimischen PC den Stromverbrauch sekundengenau ermitteln und auswerten zu können. Wie sinnvoll ist diese Technik?
Zunächst einmal sollte man die Sache relativ nüchtern sehen. Grundsätzlich positiv zu werten ist dabei generell schon die Tatsache, dass man ein Bewusstsein für seinen Stromverbrauch entwickelt. Allein auf Grund dieser Tatsache kommt man vielleicht auf die Idee, der ein oder anderen unnötig brennenden Lampe zu Leibe zu rücken.
Auch die Auswertungsmöglichkeiten sind durchaus attraktiv. Die graphische Darstellung des Verbrauchs an sich schafft bereits eine bessere Übersicht. Beispielsweise erkennt man in der Grafik vom Vortag einen Spitzenverbrauch und kann sich dann noch daran erinnern, dass man die alte Bohrmaschine sehr intensiv genutzt hat. Das wird einem wohl bei einer monatlichen Abrechnung nicht einfallen.
Der Yello Sparzähler kommt zudem mit einer Art Nachtstromtarif, der Yello Sparstromzeit. Durch geschicktes Timing kann man also neben dem Preis selbst auch durch Verbrauchsmenge und Verbrauchszeit sparen.
Neuer Trend: neue Stromtarifzähler
Dass Stromanbieter eigene Tarifzähler anbieten, dürfte sich zu einem neuen Trend entwickeln. Bisher war es so, dass die Netzbetreiber selbst die Zähler stellen mussten und dafür auch entsprechende Gebühren in den Stromtarif einrechneten. Auch andere Stromanbieter mussten die teils sehr hohen Nutzungsgebühren der Tarifzähler mittragen.
Dieses Mess-Monopol der Netzbetreiber war eine zuverlässige Einnahmequelle, die aber auch manchen unabhängigen Stromanbietern die Preise mehr verteuert hat, als ihnen lieb war. Dies ist seit Inkrafttreten des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) anders. Nun kann auf Wunsch das Anschlussinhabers auch eine andere Firma unter entsprechenden Voraussetzungen einen Stromzähler installieren. Einigen Quellen zufolge soll die Gebühr hierfür wesentlich niedriger liegen, so dass man auch auf diesem Weg Stromgebühren reduziert.
Es ist also davon auszugehen, dass in Zukunft eine Menge Messbetriebe mit eigenen Stromzählerlösungen auftauchen werden, die entweder preisgünstig sind, oder - so wie bei Yello - deutlich bessere technische Details bietet. Es ist im Normalfall also davon auszugehen, dass man durch die kommenden günstigeren Zählergebühren mehr Sparpotenzial hat als durch einen auswertbaren Sparzähler.
Doch bis es so weit ist, bietet der Yello Sparzähler immerhin interessante Alternativen an und zeigt Wege auf, an welchen Stellen im Haushalt gespart werden kann. Er ist also ein guter Lehrmeister zum Strom sparen.