Stromanbieter E.ON: illegal Wettbewerb ausgeschaltet?

Die Europäische Union (EU) rief den größten Europäischen Stromanbieter E.ON nun zur Ordnung. Nach Angaben des Berliner Tagesspiegels muss der Konzern nun eine relativ milde Strafe von 38 Millionen Euro zahlen, da ein versiegelter Raum, in dem Dokumente lagerten, offensichtlich aufgebrochen wurde.

Damit werde eine klare Botschaft an alle Unternehmen gesendet, “dass sich eine solche Behinderung der Ermittlungen nicht auszahlt”, wird Neelie Kroes, EU-Wettbewerbskommissarin, zitiert.

Seit Mai geht die EU dem Verdacht nach, dass E.ON widerrechtlich Preise manipuliert hat. In dem Zusammenhang wurden in München gefundene Dokumente in einem Raum zusammengetragen, der versiegelt wurde. Diese modernen Siegel zeigen einen “Void”-Schriftzug, sobald sie erschüttert werden. Diese Schrift war bereits am Folgetag zu sehen. Gleichzeitig wurde Kleber nachgewiesen, womit dieser Entwendungsversuch wieder vertuscht worden sein soll.

Die Erklärung von E.ON scheint dabei recht fadenscheinig: im Nebenraum seien Möbel gerückt worden, durch deren Erschütterung das Siegel als ungültig gestempelt worden sein soll. Nach Tests durch die EU scheint es aber sehr unwahrscheinlich, dass solch eine Bewegung dafür ausreichend sein soll.

Dies sei der erste Fall eines Siegelbruchs, daher ist wohl auch die Strafe noch relativ mild, möglich wären in diesem Fall immerhin 677 Millionen Euro gewesen. Zu hoffen bleibt dennoch, dass diese Strafe Abschreckung genug ist und auch Signal für die Verbraucher darstellt, über das Stromanbieter-Wechseln nachzudenken.

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