Strom vom Menschen: menschlicher Dynamo versorgt Handys
Die Energie, die der Mensch täglich in Form von Nahrung zu sich nimmt, dient zur Ausführung seiner Bewegungen im Alltag. Dass diese Mobilität auch in elektrische Energie umgesetzt werden könnte, haben nach Angaben der Morgenpost nun kanadische Forscher der Simon Fraser University in Burnaby zum Anlass für neue Entwicklungen gemacht.
Ein erstes Modell wird dort bereits an Versuchspersonen getestet. Die Probanden tragen das Gerät an beiden Seiten des Schenkels, wodurch das Bein mit einer Art Dynamo versehen wird. Bei einer gleichmäßigen Gehbewegung im Alltag kann dabei bereits eine Leistung von etwa fünf Watt umgesetzt werden. Ähnlich dem Prinzip von Hybridantrieben in Kraftfahrzeugen findet hierbei eine Rückgewinnung von Bremsenergie statt, die beim Menschen durch seine Muskeln vorgenommen wird. Ein entscheidender Vorteil ist, dass der Stoffwechsel der Probanden bei Laborversuchen vergleichsweise wenig belastet wurde. Deswegen arbeitet das neuartige Gerät viel effizienter als bisher erdachte Lösungen.
Der Mensch wird durch diesen Apparat zu seinem eigenen Stromanbieter. Er stellt eine mobile Energieversorgung für die von ihm mitgeführten Geräte wie Notebooks oder MP3-Player bereit. Die Fähigkeiten des Mini-Kraftwerks könnten auch für eine direkte Versorgung von Implantaten oder Prothesen genutzt werden.
Ähnliche Bemühungen, Energieversorgern Konkurrenz zu machen, gibt es bereits seit einigen Jahren. Neben der Umwandlung von Bewegungsenergie stand dabei auch die Idee im Raum, die Strahlungsenergie der Sonne durch Anbringung von Solarzellen auf Kleidungsstücken umwandeln zu können. Die großen Stromanbieter dürften diesen Entwicklungen wohl eher skeptisch gegenüber stehen.