Strom sparen durch intelligentes Haus
Die intelligente Vernetzung der elektrischen Geräte eines Haushaltes oder eines Büros ist nicht mehr nur Zukunftvision, sondern bereits Realität. Eine neu entwickelte Stromtechnik mit dem Namen “digitalSTROM” legt die Basis für das vernetzte Haus der Zukunft, in dem elektrische Geräte über die existierenden Stromleitungen untereinander Informationen austauschen und abstimmen.
Das Forschungsprojekt “SerCHo” unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr.-Ing. Sahin Albayrak entwickelt an der TU Berlin einen 6×4 mm großen Chip, der künftig in jedes elektrische Gerät integriert werden soll. Die Vernetzung der einzelnen Geräte übernimmt dabei die “digitalSTROM”-Technologie, die von einer Non-Profit-Organisation an der ETH Zürich entwickelt wurde. Mit Hilfe von softwarebasierten “persönlichen Assistenten” wird die Zukunftsvision des vernetzten Hauses zu einem Forschungsprojekt, dass innerhalb des “next generation media”-Programms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie gefördert wird.
Innerhalb des “SerCHo”-Projektes werden persönliche Assistenten entwickelt, die in Form einer Software den Hausbewohnern bei bestimmten Aufgaben wie z.B. Energiesparen, Kommunikation oder auch beim Kochen “assistierend” zur Seite stehen. Voraussetzung dafür ist die Ausrüstung der elektrischen Geräte mit dem dSID-Chip (digitalStromID) und die Installierung der neuen, intelligenten Stromtechnik “digitalSTROM”. Über die Identifikationsnummer der Chips können die einzelnen miteinander vernetzten Geräte Informationen austauschen und so die Kommunikationslücke zwischen Geräten der Unterhaltungselektronik und Telekommunikation auf der einen Seite und der Haus- und Hausgerätetechnik auf der anderen Seite schließen.
Ab 2009 sollen aus dem Gemeinschaftsprojekt von “digitalSTROM” und “SerCHo” die ersten Geräte hervorgegangen und für den Markt verfügbar sein. Wer nicht so lange warten möchte, der kann sich die erste Anwendung für das intelligente Haus der Zukunft schon heute ansehen. Im “SerCHo”-Showroom der Technischen Universität Berlin am Ernst-Reuter-Platz in Berlin-Charlottenburg wird bereits der “Smart Home Energy Assistant” (SHEA) in der Praxis getestet. Ziel dieser Anwendung ist es, den Energieverbrauch im Haus zu optimieren. Dazu werden die Energieverbrauchswerte der einzelnen Geräte aufgezeichnet und grafisch dargestellt. So lassen sich z.B. Lastverläufe leicht nachvollziehen und unnötige Standby-Betriebe vermeiden.
Quelle: Ö-Journal