Nachtspeicher-Heizung: Lohnt sich Nachtstrom?
In manchen Wohnungen, insbesondere in Altbauwohnungen, wird noch häufig mit Nachtspeicher-Heizungen geheizt. Diese sind so konzipiert, dass sie aus dem Strom nachts die Wärmeenergie speichern, um sie dann tagsüber abzugeben.
Bis vor einigen Jahren war es die Regel, dass man per Nachtstrom wesentlich günstiger heizen kann als mit Tagstrom. Diese Unterscheidung zwischen Tag- und Nachtstrom gibt es heute längst nicht mehr so häufig, am ehesten findet man sie noch bei den herkömmlichen Stromanbietern wie zum Beispiel Stadtwerken.
Lohnt sich ein Nachttarif für Nachtspeicher-Heizungen?
Die Frage ist nun, ob man mit solch einer Heizung bei dem herkömmlichen Anbieter bleibt, da er den günstigeren Nachttarif anbietet oder nicht. Dazu wurden folgende Überlegungen angestellt: Eine Nachtspeicherheizung verbraucht sehr viel Strom. Nach Befragung und Recherche im Internet kann man bereits für einen 2-Personen-Haushalt von 5.800 bis zu 10.000 kWh pro Jahr ausgehen. Oder anders ausgedrückt: Eine Nachtspeicherheizung verbraucht im Schnitt 80% des Gesamtstroms.
Modellrechnung
Gibt man die Grunddaten im Stromrechner ein, so kann man im zweiten Schritt die Suche verfeinern, unter anderem auch angeben, wie groß der Nachtstromanteil ist. Diesen setzen wir bei 80% an. Nehmen wir nun eine Familie, die inklusive Nachtspeicherheizung 20.000 kWh verbraucht.
Lohnt es sich also, auf einen Haupttarif (HT) und einen Nebentarif (NT) zu achten?
Das Ergebnis: Nicht unbedingt! Es kommt nämlich sehr auf die Stadt an, in der man wohnt. Zum Beispiel würde eine Familie in Berlin mit dem Standardanbieter Vattenfall und dem Tarif “Berlin Basis Privatstrom” pro Jahr 3.854,81 Euro bezahlen. Mit der Zeitzonenregelung von Vattenfall spart man dagegen 1.297,41 Euro.
Anders sieht das Ergebnis dagegen in Paderborn aus: Hier muss man deutlich tiefer in die Tasche greifen. Der billigste Anbieter ist hier von TelDaFax energy im Tarif 1519 S 200 mit immerhin noch 3.579,08 Euro pro Jahr. Damit liegt man aber immer noch um 270,89 Euro günstiger als der billigste Tarif mit Tag- und Nachtstrom-Unterscheidung von e.on Westfalen Weser.
Ergebnis
Man sieht hier also zweierlei: Eine grundsätzliche Aussage ob Nachtstrom oder nicht kann nur im Einzelfall via Stromrechner getroffen werden. Andererseits sieht man auch, dass eine Nachtspeicherheizung sehr teuer ist.
Wer kann, sollte sich überlegen, bestenfalls auf eine Gasheizung umzurüsten und über einen Gasanbieter-Wechsel nachzudenken. Denn auch mit dem Gasrechner kann man noch ein paar hundert Euro pro Jahr sparen.