Kundenschwund bei RWE

Der Essener Energie-Konzern RWE ist offensichtlich in eine kritische Situation geraten; der Auslöser für das momentane Problem mit den Stromkunden war die Ankündigung des Unternehmens, dass die Strompreise im kommenden Jahr deutlich erhöht werden sollen. Die Kunden haben diese Ankündigung zum Anlass genommen, ihren Unmut durch Kündigungen auszudrücken und zu anderen Anbietern zu wechseln.

Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte der Berliner Zeitung, dass im Moment die Kunden zu Zehntausenden die Preispolitik des Unternehmens nicht mehr tolerieren und dem Konzern davonlaufen. Offenkundig ist die Anhebung der Stromtarife zum 1. Januar 2008 wohl der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Eine Erhöhung von ca. 10% der Stromtarife ist für die Haushaltskunden sicherlich auch keine Kleinigkeit.

Die RWE-Tochter “eprimo”, ein bundesweit betriebener Anbieter für Billigstrom und ökologisch gewonnene Energie, kann zwar ein gutes Maß an Neuabschlüssen aufweisen, aber auch diese positive Entwicklung ist kein Ausgleich für die Verluste der RWE.

Die Berliner Zeitung berichtet weiter, dass es zwar ein neues Tarifmodell gibt, in dem der Strompreis mehrere Jahre stabil und unangetastet bleiben soll. Diese Struktur tritt aber erst nach der neuerlichen Erhöhung der Energiepreise in Kraft. Außerdem gibt es in dem neuen Tarifgefüge keine Senkung des Strompreises, obwohl die Bundesnetzagentur im neuen Gebührenantrag eine deutliche Senkung der Netzgebühren durchsetzen will. Eine solche Minderung der Gebühren schlägt normalerweise auf die Preise für die Endkunden durch. So dürfte dieser Versuch, das Ansehen des Stromkonzerns zu verbessern, keinen großen Erfolg haben.

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