“Günstiger Strom? Hohe Löhne?” - Nein. Vattenfall bestreikt

Die Politik des großen Stromanbieters Vattenfall sorgt für immer mehr Unmut bei den Angestellten, von denen es nach Konzernangaben 21.000 in Deutschland gibt. Nach den markanten Gewinnen des Stromriesen fordern diese nun, dass auch sie ein Stück von dem Kuchen abhaben. Doch der Konzern bietet nach ver.di-Angaben zu wenig. Die Folge: seit Freitag wurden die ersten Warnstreiks abgehalten. Noch war die Stromversorgung nicht betroffen. Die Frage ist nur: wie lange noch?

In Berlin, Hamburg und in der brandenburgischen und sächsischen Lausitz (dort befinden sich die Tagebaue der Braunkohlebergwerke) legten laut Netzeitung einige Tausend Beschäftigte vorübergehend die Arbeit nieder. Sie fordern acht Prozent mehr Geld. Auf Arbeitgeberseite besteht momentan noch das Angebot von 3,2% sowie einer Einmalzahlung von 500 Euro.

Diese Positionen liegen sehr weit auseinander, und die Gewerkschaft ver.di ist fest entschlossen, in den Arbeitskampf zu ziehen, sollte bis Montag keine Annäherung zustande kommen. Schon jetzt drückten die Angestellten ihren Unmut über die all zu kapitalistische Einstellung auf Transparenten in Hamburg aus: “Gewinn, Gewinn und immer mehr, acht Prozent müssen her”, war auf den Spruchbändern zu lesen.

Laut Angaben von Ralf Hermwapelhorst, Bezirksleiter Cottbus der IG BCE in der Lausitzer Rundschau, ist diese Forderung durchaus berechtigt. Immerhin habe Vattenfall AB im vergangenen Jahr nach Steuern rund 1,6 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet, 60% davon sollen aus dem Deutschlandgeschäft stammen.

Man kann davon ausgehen, dass ein großer Teil dieses Gewinns auf die recht hohen Strompreise zurückzuführen sind, da wesentlich kleinere Stromanbieter Billigstrom anbieten, wie mittels Stromrechner selbst nachvollzogen werden kann.

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