Google als günstigster Ökostrom-Anbieter
Die Kombination Google und erneuerbare Energie liest sich auf den ersten Blick etwas merkwürdig. Doch tatsächlich möchte der IT-Riese ein Projekt vorantreiben, das ehrgeizig und groß angelegt ist. Dieses Projekt nennt sich Re < C. Diese symbolische mathematische Ungleichung steht für das Ziel, Strom aus erneuerbaren Energiequellen billiger zu produzieren als den aus Kohle gewonnenen.
Dabei kann dieses Vorhaben tatsächlich als ambitioniert bezeichnet werden, gilt die Stromproduktion aus Kohle doch bisher als konkurrenzlos günstigste Methode.
Um dieses Ziel zu erreichen, möchte sich, wie hier berichtet, Google mit Unternehmen aus dem Bereich der Windenergie, der Solarthermie und der Geothermie zusammenschließen. Außerdem soll Geld in die Forschung für neue Methoden der Gewinnung von Erneuerbaren Energien fließen. Ein Gigawatt soll laut Angaben von Google die Gesamtkapazität des neuen Ökostroms sein. Dies entspricht etwa der Leistungsfähigkeit eines Atomkraftwerkes und ist im Bereich der Erneuerbaren Energien eine neu eingeführte Größenordnung. Noch dazu, wenn diese neu gewonnene Energie als die am günstigsten produzierte gelten würde.
Man darf sich die Frage stellen, wieso sich ein Internet-Gigant in den Stromanbieter-Markt einmischen möchte. Vermutlich stehen hier auch eigene Interessen auf dem Plan, ist der Suchmaschinen-Konzern doch einer der größten Strom-Verbraucher weltweit. Es dürfte ihm also zugute kommen, wenn er selbst die eigens verbrauchte Energie günstig produziert. Doch bleibt die Frage offen, warum denn der niedrigste Strompreis insgesamt ausgerechnet aus Erneuerbaren Energien stammen muss.
Larry Page, Mitbegründer von Google, meinte dazu, dass er nicht als Heuchler in Sachen Klimaschutz dastehen möchte, wenn seine Firma als einer der größten Stromfresser weltweit den Strom konventionell bezieht.
Man darf gespannt sein, ob also im Stromrechner als günstigster Anbieter bald Google auftaucht.